Benutzer inaktiv!
Benutzer inaktiv!
Dieser Spruch blinkte mich eines Morgens am Schlüsselkasten meiner Arbeit an.
IN DICKEN FETTEN LETTERN ! BENUTZER INAKTIV!
Und nicht nur das, ein ekelhafter Piepton begleitete diesen netten Spruch auch noch. Und das auch noch zu nachtschlafender Zeit!
Schlagartig wurde ich hellwach und kam ins Grübeln.
Dieser Schlüsselkasten war mir immer treu gewesen und öffnete immer brav meine Schublade, sobald ich meinen Ausweis dagegenhielt.
Jeden Morgen, wenn ich den Schlüssel holen wollte, um die Tür zu meinem Büro aufzuschließen und jeden Abend, wenn ich den Schlüssel mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung wieder zurück ins Bettchen legte.
Was also war geschehen?
Sollte sich sogar diese Maschine von mir abwenden so wie schon so manch anderer?
Sollte ich nun nie wieder Zugang zu ihm haben so wie schon zu manch anderem?
Sollte sich nun mein Leben ändern, weil ich nichts mehr öffnen kann, sei es nun Schlüsselkasten oder Herzen?
Und überhaupt! Woher wußte dieser dämliche Kasten denn eigentlich, daß ich INAKTIV bin?
Wurde ich etwa heimlich beobachtet, wenn ich nicht ins Schwimmbad ging, sondern mich stattdessen gemütlich auf die Couch legte?
Wurde vielleicht ein Protokoll geschrieben, wenn ich mich heimlich ins Bett legte, anstatt einmal um den Block zu joggen?
Wurden gar etwa Kameras installiert, um festzuhalten, wie ich entspannt in der Wanne lag, während ich eigentlich ein Bauch-Beine-Po-Programm absolvieren sollte?
Oder wurden darüber hinaus auch noch Agenten eingesetzt, um zu prüfen, ob ich meinen aktiven Pflichten nachkam, anstatt den ganzen Tag zu faulenzen?
Keine Ahnung!
Ich kann Dir nur eins sagen, lieber Schlüsselkasten! Inaktivität ist großartig, Inaktivität ist toll! Inaktivität bedeutet Freiheit und Muße, Entspannung und Seelenfrieden. Jeder sollte mal inaktiv sein.
Du kannst es auch, ich weiß es. Vergiß, was Du über mich gespeichert hast. Laß die Daten los, die Du über mich gesammelt hast und verzeih mir meine Inaktivität. Mach Dich frei und öffne Dich wieder für mich... Ich werde Dir dann alle Deine bösen Worte vergeben!
Daß Du mich allerdings nach all dieser Zeit, die wir nun zusammen verbracht haben, immer noch Benutzer nennst, anstatt mich mit dem Vornamen anzureden, das kann ich Dir wohl nie verzeihen...
Dieser Spruch blinkte mich eines Morgens am Schlüsselkasten meiner Arbeit an.
IN DICKEN FETTEN LETTERN ! BENUTZER INAKTIV!
Und nicht nur das, ein ekelhafter Piepton begleitete diesen netten Spruch auch noch. Und das auch noch zu nachtschlafender Zeit!
Schlagartig wurde ich hellwach und kam ins Grübeln.
Dieser Schlüsselkasten war mir immer treu gewesen und öffnete immer brav meine Schublade, sobald ich meinen Ausweis dagegenhielt.
Jeden Morgen, wenn ich den Schlüssel holen wollte, um die Tür zu meinem Büro aufzuschließen und jeden Abend, wenn ich den Schlüssel mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung wieder zurück ins Bettchen legte.
Was also war geschehen?
Sollte sich sogar diese Maschine von mir abwenden so wie schon so manch anderer?
Sollte ich nun nie wieder Zugang zu ihm haben so wie schon zu manch anderem?
Sollte sich nun mein Leben ändern, weil ich nichts mehr öffnen kann, sei es nun Schlüsselkasten oder Herzen?
Und überhaupt! Woher wußte dieser dämliche Kasten denn eigentlich, daß ich INAKTIV bin?
Wurde ich etwa heimlich beobachtet, wenn ich nicht ins Schwimmbad ging, sondern mich stattdessen gemütlich auf die Couch legte?
Wurde vielleicht ein Protokoll geschrieben, wenn ich mich heimlich ins Bett legte, anstatt einmal um den Block zu joggen?
Wurden gar etwa Kameras installiert, um festzuhalten, wie ich entspannt in der Wanne lag, während ich eigentlich ein Bauch-Beine-Po-Programm absolvieren sollte?
Oder wurden darüber hinaus auch noch Agenten eingesetzt, um zu prüfen, ob ich meinen aktiven Pflichten nachkam, anstatt den ganzen Tag zu faulenzen?
Keine Ahnung!
Ich kann Dir nur eins sagen, lieber Schlüsselkasten! Inaktivität ist großartig, Inaktivität ist toll! Inaktivität bedeutet Freiheit und Muße, Entspannung und Seelenfrieden. Jeder sollte mal inaktiv sein.
Du kannst es auch, ich weiß es. Vergiß, was Du über mich gespeichert hast. Laß die Daten los, die Du über mich gesammelt hast und verzeih mir meine Inaktivität. Mach Dich frei und öffne Dich wieder für mich... Ich werde Dir dann alle Deine bösen Worte vergeben!
Daß Du mich allerdings nach all dieser Zeit, die wir nun zusammen verbracht haben, immer noch Benutzer nennst, anstatt mich mit dem Vornamen anzureden, das kann ich Dir wohl nie verzeihen...
Thiara - 24. Oktober, 14:57
1117 Flügelschläge - aufbewahrt unter Alltagsgeschichten...
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