Manche schreiben über´s Häkeln, manche schreiben über´s Wetter, manche schreiben Gedichte, manche schreiben über Politik und andere schreiben darüber, wann und wie sie auf´s Klo gegangen sind...
Ich zitiere gerne Weisheiten, ich schreibe Gedichte, ich schreibe Geschichten, ich schreibe über meine Vergangenheit und ich schreibe über meine Gefühle und Gedanken. Jetzige und vergangene. Alles nur Momentaufnahmen meines Lebens und meiner Gefühle. Und frühere Beiträge stimmen mitunter nicht mehr so, wie sie dastehen, weil ich neue Erkenntnisse gewonnen habe. So wie jeder Mensch jeden Tag neue Erkenntnisse gewinnt.
Das Vertrackte aber an dieser Blog-Sache ist, daß man alles immer und immer wieder nachlesen kann. Und es mitunter falsch interpretiert. Weil man selber seine Gedanken und Schmerzen hineinlegt und versucht, an etwas Halt zu finden. Eine Erklärung, warum der Mensch so gehandelt hat, wie er es hat. Aber man wird die Erklärung hier nicht finden. Weil es nur eine Seite meines Ichs ist. Und weil ich unzählige Aspekte meines Seins und meiner Erkenntnisse NICHT oder noch nicht hier aufgeschrieben habe.
Ich verstehe Dich. Ich verstehe Dich so gut. Auch ich versuche immer und immer wieder, in geschriebenen Worten etwas zu finden. Und man kann es auch finden. Aber nur in sich selber.
Du hast mich gefragt, warum ich denn nichts schreibe, obwohl es doch so viel zu schreiben gäbe.
Du hast gesagt, Du hast mich noch nie so sprachlos erlebt... Du kennst mich ja nun wirklich lange. Warum meinst Du, daß ich so sprachlos bin? Ich kann verstehen, daß Dir das komisch vorkommt... Aber Du weißt die Antwort schon...
Ich bin nicht sprachlos.
Ich bin wortlos.
Ich kann es mit Worten nicht ausdrücken.
Kein Wort der Welt könnte das beschreiben, was ich im Moment fühle.
Denn ich habe noch nie so gefühlt.
Und deshalb versuche ich es erst gar nicht mit Worten.
Aber wenn man mich anschaut und zwar nicht nur mit den Augen, dann hört man die Worte...
Und zwar lauter, als ich es mit gesprochenen Worten jemals könnte...
Letztes Jahr sah mein Jahresrückblick so aus.
Was ich dieses Jahr schreiben soll, weiß ich leider nicht.
Mir fehlen die Worte und doch...
Mein Herz sprudelt über und meine Gedanken rasen.
Ich kann sie aber einfach nicht "zu Papier" bringen.
Sie sind ungeordnet, wild und unberechenbar.
Ich kann sie nicht zügeln, nicht ordnen, nicht greifen.
Und eigentlich will ich es auch gar nicht.
Ich will es nicht lesen. Ich will es nicht lesen. Ich will es nicht lesen.
"Was hat der Mensch für Gewinn von aller seiner Mühe, die er hat unter der Sonne? Ein Geschlecht vergeht, das andere kommt; die Erde aber bleibt ewiglich. Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, daß sie wieder daselbst aufgehe. Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing. Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, da sie her fließen, fließen sie wieder hin. Alle Wörter mühen sich ab. Nichts kann der Mensch sagen. Nicht satt wird ein Auge zu sehen und nicht voll ein Ohr vom Hören. Das, was war, es ist das, was sein wird. Und das, was getan wurde, ist das, was getan wird. Und es gibt nichts völlig Neues unter der Sonne... "
Was hat Gott sich nur bei meiner Erschaffung gedacht? Wofür bin ich gut, wofür bin ich hier? Was ist meine Aufgabe, was ist mein Ziel? Ich habe keine Ahnung...
Heute fühle ich mich wieder so richtig alleine. Obwohl ich das nicht bin. Ich könnte zu mehreren Menschen gehen oder sie anrufen und mich trösten lassen. Aber warum sollte ich die Menschen belästigen, wenn Trost mir eh nicht weiterhilft? Warum sollte ich auch noch andere damit belasten? Ich kann ja noch nicht mal richtig erklären, was mich wirklich bedrückt. Es sind so viele Sachen und doch eigentlich so wenige.
Ich weiß, ich schreibe in Rätseln und kann es doch nicht ändern.
Ich fühle mich sehr komisch. Irgendwie geht das über meine üblichen depressiven Verstimmungen weit hinaus.
Ich habe das Gefühl, als würde nichts mehr gut werden. Als würde bald etwas Furchtbares passieren. Ich kann es aber noch nicht greifen... Und ich kann es auch nicht abwarten. Ich bin ungeduldig. Ich zerre an meinem Käfig und kann mich nicht befreien.
Heute habe ich ein komisches Gefühl...
Ich glaube, mein Leben wird sich nie ändern...
Ich werde weiterhin immer nur das Chaos anziehen...
Nein, eigentlich glaube ich sogar, daß es noch schlimmer werden wird...
Ich bin einfach nicht für ein normales Leben geschaffen.
Ich weiß, ich habe in diesem Leben einen Zweck zu erfüllen, aber ich weiß noch nicht welchen...
Heute habe ich so ein Gefühl, als würde sich mein Leben bald grundlegend verändern.
Und fesselt man mich auch im finsteren Kerker, so sind das doch nur vergebliche Werke. Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei: Die Gedanken sind frei...